Bava Batra 282

Kapitel 282

א דתניא המבשרני במה נפטר רחמה של אשתי אם זכר יטול מנה ילדה זכר נוטל מנה אם נקבה מנה ילדה נקבה נוטל מנה ילדה זכר ונקבה אין לו אלא מנה
1 denn es wird gelehrt: [Sagte jemand:] wer mir verkündet, wovon meine Frau entbunden wurde, erhalte, wenn es ein Knabe ist, eine Mine, so erhält dieser, wenn sie einen Knaben gebiert, eine Mine; wenn es ein Mädchen ist, eine Mine, so erhält dieser, wenn sie ein Mädchen gebiert, eine Mine, und wenn sie einen Knaben und ein Mädchen gebiert, so erhält er nur eine Mine. –
ב והא זכר ונקבה לא אמר דאמר נמי אם זכר ונקבה נמי יטול מנה אלא למעוטי מאי למעוטי נפל
2 Er hat ja von einem Knaben und einem Mädchen nicht gesprochen!? – Wenn er auch gesagt hat: wenn einen Knaben und ein Mädchen, so erhalte er eine Mine. – Was schließt dies demnach aus!? – Dies schließt eine Fehlgeburt aus.
ג ההוא דאמר לה לדביתהו נכסי להאי דמעברת אמר רב הונא הוי מזכה לעובר והמזכה לעובר לא קנה
3 Einst sprach jemand zu seiner Frau: Mein Vermögen soll dem gehören, mit dem du schwanger bist. Da entschied R. Hona: Er hat es einem Fötus zugeeignet, und wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so eignet er es nicht.
ד איתיביה רב נחמן לרב הונא האומר אם ילדה אשתי זכר יטול מנה ילדה זכר נוטל מנה אמר ליה משנתינו איני יודע מי שנאה
4 R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein: Wenn jemand gesagt hat: gebiert meine Frau einen Knaben, so soll er eine Mine erhalten, und sie einen Knaben gebiert, so erhält er eine Mine!? Dieser erwiderte: Ich weiß nicht, wer der Autor unserer Mišna ist. –
ה ולימא ליה רבי מאיר היא דאמר אדם מקנה דבר שלא בא לעולם
5 Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, man könne auch das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? –
ו אימור דשמעת ליה לרבי מאיר לדבר שישנו בעולם לדבר שאינו בעולם מי שמעת ליה
6 R. Meír ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn dieser auf der Welt vorhanden ist, ist er dieser Ansicht etwa auch in dem Falle, wenn dieser nicht auf der Welt vorhanden ist!? –
ז ולימא ליה רבי יוסי היא דאמר עובר קני דתנן עובר פוסל ואינו מאכיל דברי רבי יוסי
7 Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Fötus könne eignen!? Wir haben nämlich gelernt: Der Fötus macht [für die Hebe] untauglich, aber nicht zu essen berechtigt – so R. Jose!? –
ח שאני ירושה הבאה מאיליה
8 Anders verhält es sich bei der Erbschaft, die von selber kommt. –
ט ולימא ליה רבי יוחנן בן ברוקה היא דאמר לא שנא ירושה ולא שנא מתנה דתנן רבי יוחנן בן ברוקה אומר אם אמר על מי שראוי ליורשו דבריו קיימין
9 Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, welcher sagt, es gebe keinen Unterschied zwischen Erbschaft und Schenkung!? Wir haben nämlich gelernt: R. Joḥanan b. Beroqa sagte: Sagte er es von einem, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so sind seine Worte gültig. –
י אימור דשמעת ליה לרבי יוחנן בן ברוקה לדבר שישנו בעולם לדבר שאינו בעולם מי אמר
10 R. Joḥanan sagt dies nur von dem Falle, wenn dieser auf der Welt vorhanden ist, sagt er dies etwa auch von dem Falle, wenn dieser nicht auf der Welt vorhanden ist. –
יא ולימא ליה רבי יוחנן בן ברוקה היא וסבר לה כרבי יוסי מי יימר דסבר לה
11 Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, und dieser sei der Ansicht R. Joses!? –
יב ולימא ליה במבשרני אי הכי דקתני סיפא ואם אין שם יורש אלא הוא יורש הכל אי במבשרני יורש מאי עבידתיה
12 Wer sagt, daß er es ist!? – Sollte er ihm doch erwidert haben, [die Mišna spreche] von einem Verkünder!? – Wie wäre demnach der Schlußsatz zu erklären: ist kein anderer Erbe als dieser vorhanden, so erbt er alles; was hat, wenn hier von einem Verkünder gesprochen wird, dieser mit der Erbschaft zu tun!? –
יג ולימא ליה בשילדה אי הכי דקתני סיפא ואם אמר כל מה שתלד אשתי יטול הרי זה יטול כל שתלד כל שילדה מיבעי ליה
13 Sollte er ihm doch erwidert haben: in dem Falle, wenn sie bereits geboren hat!? – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: sagte er aber: was meine Frau gebiert, soll erhalten, so erhält es auch dieser; wieso heißt es demnach gebiert, es müßte ja heißen: geboren hat!? –